Neuer Ort für das Mega-Event


Von Hayke Lanwert, Thomas Mader und David Schraven

In Berlin hat der Senat die Zustimmung zur Loveparade solange blockiert, bis die Macher am 21. Februar 2007 entnervt aufgeben. Die Techno-Fans würden zu viel Dreck machen und die Parks ruinieren, hieß es. Ein neuer Ort für das Monster-Event soll gefunden werden. Irgendwo, sagen die Verantwortlichen der Loveparade.

Im Ruhrgebiet wird der Ruf gehört. Hier setzt sich vor allem Hanns-Ludwig Brauser, damals Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr, für das Revier als Veranstaltungsort ein. Das Projekt entspricht in allen Dimensionen dem Anspruch der Gegend. Erst im April ein Jahr zuvor hatte das Ruhrgebiet den Zuschlag zur Kulturhauptstadt bekommen.

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Duisburg soll die vierte Stadt sein

Brauser sucht nun nach Events, die sowohl der Größe als auch der Ausstrahlung nach zu einer Hauptstadt Europas passen. Die Oberbürgermeister von Essen, Dortmund und Duisburg können schnell überzeugt werden. Auf der Internationalen Tourismusmesse in der Hauptstadt Berlin werden erste Gespräche mit dem Loveparade-Chef Rainer Schaller geführt.

Am 21. Juni unterschreiben alle einen Rahmenvertrag. Der Reihe nach soll nun das Event durch die Ruhr-Gemeinden tingeln. Brauser jubiliert: „Die weltweit bekannte Loveparade ist ein unbezahlbarer Image-Gewinn für das Ruhrgebiet, den wir mit normaler Werbung nie hinbekommen würden.“

Eher im Hintergrund freut sich Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Seine Stadt würde als vierte drankommen. Gerade im Jahr der Kulturhauptstadt, dann, wenn die ganze Welt auf das Revier schaut.