DER TRAINER

Das Mentalitätsmonster

Auf Umwegen fand Jürgen Klopp 2008 zu Borussia Dortmund, der Pöhler kam in den Ruhrpott. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, wie die kommenden Jahre zeigen sollten. Marcel Krischik hat diese schwarz-gelbe Ära von Beginn an verfolgt.
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DIE ANFÄNGE

Als Klopp Dortmund den Vollgasfußball versprach

Am 23. Mai 2008 läutete Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund eine neue Ära ein. Was da noch niemand wissen konnte. Also erklärte er vorsorglich die Art Fußball, mit dem er einmal Europa überrollen würde: „Moderner Fußball besteht darin, Pressing mit schnellen Leuten zu betreiben, den Gegner unter Druck zu setzen und blitzschnell umzuschalten.“ Der damalige WR-Sportchef Wilfried Wittke begleitete die erste Pressekonferenz.

„Ich bin ein sehr unangenehmer Zeitgenosse"

April 2009: 28 Spieltage waren absolviert, der BVB nach vier Siegen in Folge auf Platz sieben vorgeprescht. Dortmund entwickelte sich unter Jürgen Klopp prächtig, zur Teilnahme an der ersten Auflage der Europa League reichte es am Ende allerdings (noch) nicht. Vor dem Duell mit dem Hamburger SV, das die Borussia mit 2:0 gewinnen würde, beschäftigte sich Klopp im Gespräch mit Daniel Berg mit Fragen wie: „Wie können wir die Leute hier begeistern, wenn wir keine Titel holen?“
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DIE TITEL

„Das nimmt uns keiner mehr!“

Meister 2011

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Barrios als Dosenöffner, Lewandowski machte den Deckel drauf: Nee, wat war dat schön! Frank Lamers kommentiert am 30. April 2011 den Gewinn der siebten Deutschen Meisterschaft nach einem 2:0-Sieg über den 1. FC Nürnberg.

Meister 2012

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Was ist eigentlich schöner? Überraschend den Titel zu holen oder ihn souverän zu verteidigen? Thorsten Schabelon war dabei, als Schwarz-Gelb am 32. Spieltag der Saison 2011/12 im Borussen-Duell die achte Deutsche Meisterschaft perfekt machte.

Pokalsieger 2012

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Bastian Angenendt erlebte den Dortmunder Pokalsieg 2012 als BVB-Fan im Olympiastadion. Ganz persönliche Erinnerungen an eine äußerst gelungene Auswärtsfahrt und einem nicht für möglich gehaltenen Wiedersehen.
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EUROPA-TOUR

Neue Gefahr für den Alten Kontinent

Europa League

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Der BVB und die Europa League: das war keine Liebesbeziehung. Zur Saison 2008/2009 stand Borussia Dortmund unter Jürgen Klopp erstmals im Wettbwerb – und scheiterte noch vor der Gruppenphase. Der vorerst letzte Auftritt der Schwarz-Gelben im europäischen Unterhaus: ein 2:2 in Sevilla mit äußerst fadem Beigeschmack, wie sich Nicolas Westerholt erinnert.

Champions League

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Mit dieser Saison endet nicht nur die Ära von Jürgen Klopp als Trainer, sondern voerst auch die des BVB als Königsklassen-Team. Vier Jahre in Folge spielte Borussia Dortmund in der Champions League, die Fans erlebten unvergessliche Europapokalabende – mit dem Finale in Wembley 2013 als Höhepunkt. Nicolas Westerholt blickt zurück.
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DER RÜCKTRITT

„Ein großer Kopf muss weg“

Am 15. April beraumte Borussia Dortmund kurzfristig eine Pressekonferenz an, wenige Stunden zuvor war da etwas durchgesickert… Jeder Dortmunder, „der halbwegs im Bilde ist“, so drückte es BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke aus, wusste, was nun kommen würde. Natürlich auch unser Reporter Andreas Berten.

Klopp ist groß geblieben - der BVB kleiner geworden

Der Abschied des Trainers Jürgen Klopp von Borussia Dortmund war folgerichtig – zumindest für den Trainer, karrieretechnisch. Das folgerte Frank Lamers in seinem Kommentar zum Rücktritt von Jürgen Klopp.

„Ich muss ihn aufhalten!“

Den 15. April werden sie in Dortmund in schlechter Erinnerung behalten. Es war der Tag, an dem Jürgen Klopp seinen Rücktritt zum Saisonende erklärte. Trotz bestem Frühlingswetter: Unsere Reporterin Annika Fischer traf auf Menschen, denen eitel Sonnenschein vergangen war.

Fan-Gedanken zum Abschied

Spieler-Reaktionen

„Ich habe viel von dir gelernt, danke dafür, dass du immer an meiner Seite standest, in guten wie in schlechten Zeiten.“

Marco Reus

„Ich habe viel von dir gelernt, danke dafür, dass du immer an meiner Seite standest, in guten wie in schlechten Zeiten.“

„Ein großartiger Mensch und überragender Trainer, mit dem ich meine Kindheitsträume erfüllen konnte, verlässt uns am Ende der Saison.“

Nuri Sahin

„Ein großartiger Mensch und überragender Trainer, mit dem ich meine Kindheitsträume erfüllen konnte, verlässt uns am Ende der Saison.“

„Ich werde Jürgen Klopp immer dankbar sein. In meinen kühnsten Träumen wäre die Zeit nicht schöner gewesen.“

Mats Hummels

„Ich werde Jürgen Klopp immer dankbar sein. In meinen kühnsten Träumen wäre die Zeit nicht schöner gewesen.“

„Danke für sechs geile Jahre mit dir! Ohne dich wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin!“

Kevin Großkreutz

„Danke für sechs geile Jahre mit dir! Ohne dich wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin!“

„Dein berufliches Know-how, deine Hingabe und harte Arbeit haben die Entwicklung meiner Karriere entscheidend beeinflusst.“

Henrikh Mkhitaryan

„Dein berufliches Know-how, deine Hingabe und harte Arbeit haben die Entwicklung meiner Karriere entscheidend beeinflusst.“

Reaktionen der Szene

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DER ABSCHIED

Abschied von Zuhause

Der 23. Mai 2015 bereitete die Bühne für den vorerst letzten Auftritt von Jürgen Klopp vor der Dortmunder Südtribüne. Nach dem Heimsieg gegen Bremen kullerten die Tränen. Daniel Berg war dabei und saugte die Stimmung auf.

Klopp geht auf leisen Sohlen

Jubel und Enttäuschung, brillanter Fußball und hanebüchene Schnitzer, Adrenalin und Ernüchterung, Medienschelte und kluge Worte: Das Pokalfinale 2015 wirkte wie ein Destillat aus sieben Jahren BVB unter Klopp, wie Daniel Berg in der Bundeshauptstadt beobachtete.

Eine Stadt zwischen Trauer und Stolz

Alles war angerichtet für das letzte große Finale mit und für Jürgen Klopp, der Dortmunder Friedensplatz voll und voller Erwartungen. Annika Fischer erlebte, wie der Traum einer ganzen Stadt schlussendlich platzte.

Klopps letzte Niederlage macht Tuchels Rucksack leichter

Eine Niederlage als perspektivischer Gewinn: Die neuerliche Dortmunder Pleite im Pokalfinale hat aufgezeigt, dass die Trennung von Jürgen Klopp der richtige Schritt war. Das folgert Reinhard Schüssler in seinem Kommentar.

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O-TÖNE

Kloppos beste Sprüche

Zahlen und Fakten zum BVB

 
Wochen lang war Klopp BVB-Trainer. Macht 2585 Tage, also 62040 Stunden.
 
Spieler setzte Klopp ein, Weidenfeller kam auf 278 Einsätze.
 
Bundesliga-Punkte (Schnitt: 1,93) holte der BVB mit Klopp.
 
Revierderbys gewann Klopp. 5 Mal siegte Schalke bei 4 Remis.
 
Mal in Folge siegte Dortmund in 2011/2012: Vereinsrekord.
 
Pflichtspiele gewann Klopp mit dem BVB gegen Bayern München.

76 Prozent seiner DFB-Pokalspiele unter Klopp gewann der BVB, 19 Siege stehen sechs Niederlagen gegenüber.

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Emnid: 60 Prozent der Deutschen meinen, Klopps Rücktritt zeige Verantwortung und vorbildliches Verhalten.

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